Hinweise

  • Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) und die Österreichische Akademie für Psychologie (ÖAP) haben die Veranstaltung mit 14 Einheiten anerkannt.

    Bei der Akademie der Ärzte wurde die Fortbildung mit 10 Punkten für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin und 4 Punkte für Neurologie anerkannt.

Narzissmustagung vom 03.05. - 04.05.2019

Herzlich Willkommen!

Ein gesundes, sich auch bei äußeren Belastungen wieder stabilisierendes Selbstwertgefühl wird allgemein als Voraussetzung für psychische Belastbarkeit und positive Gegenseitigkeit in sozialen Beziehungen gesehen. Bedeutsam dabei ist, dass dieses weitestgehend entkoppelt von Rückmeldungen anderer erfolgen kann. Die dafür notwendigen Kompetenzen werden zumeist schon in den frühen Beziehungserfahrungen erworben, auch genetischen Faktoren (Temperament) spielen eine nicht unbedeutende Rolle.

In der Beratung und Behandlung begegnen wir zumeist Personen, denen diese Selbstregulation nicht gelingt. Wir sehen selbstzweifelnde, unsichere und belastete Personen mit einem erheblichen Leidensdruck. Sie dabei zu unterstützen, sich als bedeutsam und wertvoll zu erleben - d.h. einen „gesunden“ bzw. „normalneurotischen“ Egozentrismus mit ausreichender Selbstfürsorge und Abgrenzungskompetenz (wieder)herzustellen - ist zentrale Anliegen unserer Tätigkeit.

Was jedoch passiert auf der anderen Seite des Kontinuums von Selbstliebe und Selbstfürsorge? Wenn sich eine Person permanent als wertvoller oder großartiger als seine Umwelt wahrnimmt, die eigenen Interessen über die Bedürfnisse anderer stellt, auf Kritik mit Entwertungen reagiert und bei Fehlern anderen die Schuld gibt? Und sich darüber hinaus eine berufliche Position oder ein familiäres System geschaffen hat, deren einziger Zweck darin besteht, eine ständige Quelle von Bewunderung und Anerkennung zu sein? Und was passiert, wenn sich die Lebensbedingungen dieser Personen unerwartet ändern und ihnen die Bühne ihrer Großartigkeit entrissen wird?

Das ursprünglich psychologische Konstrukt des Narzissmus hat in den letzten Jahren, auch aufgrund teilweise überraschender politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen, eine enorme Aufmerksamkeit und einen zum Teil inflationären Gebrauch bekommen. Diskutiert werden dabei mögliche Ursachen für diese Persönlichkeitsausprägungen, die Abgrenzung zum psychopathologischen Narzissmus und Behandlungszugänge, sofern diese Personen aufgrund einer narzisstischen Krise doch einmal in professionelle Behandlung kommen. Der sozialwissenschaftliche Diskurs beschäftigt sich u.a. mit den sozialen (Fehl-)Entwicklungen und warnt vor einer Gesellschaft, die besonders narzisstisch-selbstbezogene Haltungen fördert.

In unserer Tagung wollen wir uns mit diesen hochaktuellen und spannenden Entwicklungen zum Thema Narzissmus beschäftigen. Wir sind sehr erfreut, dass wir für Sie äußerst namhafte und kompetente Referentinnen und Referenten gewinnen konnten.

Am Freitag, dem 3.5.19. werden dafür 4 Vorträge das Thema Narzissmus aus verschiedenen Perspektiven beschreiben. Am Samstag, dem 04.05.2019, werden zahlreiche Workshops und Vorträge das Thema Narzissmus inhaltlich vertiefen und eine praxisorientierte Umsetzung angeboten.

Für die Hauptvorträge konnten wir folgende Referentinnen und Referenten gewinnen:

  • Dr. Bärbel Wardetzki (D)
  • Prof. Dr. Stephan Doering (A)
  • Prof. Dr. Hans-Peter Hartmann (D)
  • Prof. Dr. Rainer Sachse (D)

Die Tagung richtet sich an alle Kolleginnen und Kollegen, die in unterschiedlichen Kontexten therapeutisch, beratend und betreuend tätig sind.

Damit Sie neben den vielen fachlichen Anregungen auch angenehme menschliche Begegnungen haben können, sorgen wir selbstverständlich für Ihr leibliches Wohl. Die Pausengetränke und Speisen sind in der Tagungsgebühr bereits enthalten.

Wir würden uns freuen, Sie in Wien begrüßen zu dürfen.